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Die SZ-Starnberg berichtet am 27. Januar mit der Überschrift “Erst bohren, dann beraten”, darüber, dass es weder in Bernried, noch in Tutzing konkrete Pläne für ein Fernwärmenetz aus Geothermie gibt.
Dieses aber ist lt. bayerischer Staatsregierung Vorraussetzung für eine Genehmigung für ein Geothermie-Kraftwerk.
Lt. Robert Schiebl (CSU) liegen für Fernwärme in Bernried noch keine klaren Pläne vor. “Wie Bernried beispielsweise den Bau der Fernwärmeleitungen finanzieren will, ist noch nicht klar.” zitiert die Süddeutsche Zeitung.
“… könnte die Kommune mit Bürgerbeteiligung und einem Kommunalunternehmen arbeiten oder einen Investor hinzuziehen, sei es eine mittelständische Firma oder ein Konzern wie EON.”
Zerstörung des Landschaftsschutzgebiets, Naturschutzgebiets, der Biotope und des Moores, also der Werte, auf die wir am Starnberger See bisher so stolz waren, für einen australischen Investor und dann auch noch gleich im Boot mit dem grössten Atomkraftwerks-Konzern?
Von so viel Abhängigkeiten haben wir in unseren kleinen Flächengemeinden sicher schon immer geträumt!
War nicht das erklärte Ziel der Staatsregierung: Dezentralisierung und regionale Wertschöpfung?
In der Tat liegt scheint also nichts vorzuliegen, das dem Bergamt Südbayern einen Bedarf von Fernwärme in einer Flächengemeinde mit 900 Haushalten auch nur annähernd glaubhaft machen könnte.
Was also sollen die Beteuerungen des Wirtschaftsministeriums und des Bergamtes, Fernwärme müsse ausgelagert werden?
Wer sollte dem glauben schenken, der die wagen Erklärungen der betroffenen Gemeinden liest, die zur Genehmigung zur Bohrplatzherrichtung durch Bergamt, bzw. Wirtschaftsministerium führten?
Auch der Bürgermeister von Tutzing hat sich gegenüber der SZ geäussert. Und zwar im Rahmen einer Antwort an die Bürgerinitiative.
Hier teilt Dr. Wanner mit, “Man müsse weg von Atom, Öl und Gas”.
Der extrem hohe Eigenbedarf eines Geothermiekraftwerks wird allerdings mit Industriestrom gedeckt. Atomstrom, Öl und Gas werden für das Geothermie-Kraftwerk also zwingend benötigt. Zum Anderen muss auch zur zur Fernwärme aus Geothermie ein Redundanzwerk bestehen, das 130% der Geothermie abdeckt, um für Fernwärme die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Weg von Öl und Atomstrom, bedeutet auch weg von Strom aus Tiefer Geothermie.
Und weg von Gas, lieber Herr Wanner, bedeutet dann auch weg von Wärme aus Tiefer Geothermie!
900 städtische Energieversorger planen den Bau von kleinen dezentralen Gas-Werken und damit einen Weg hin zu einer echten Energiewende!
Diese Gaswerke können auch mit regenerativ erzeugtem Gas betrieben werden, sind hocheffizient und vor allem schnell regelbar.
Die Klinik Höhenried in Bernried ist ebenfalls mit einem modernen und sehr effizienten Gas-Heizwerk ausgestattet; benötigt also keine zweite kostenintensive Heizung, erst recht kein 90 Millionen-Projekt.
“Das Ziel der Bohrung ist es, herauszufinden, ob Strom und Wärmeenergie in Bernried zukünftig gewonnen werden können.” schreibt uns Dr. Wanner.
“Es ginge nicht darum, ob Geothermie als alternative Energiequelle tatsächlich genutzt werden soll.”
Ich bedanke mich also für die Erklärungen der Bürgermeister und erwarte eine Erklärung der Ämter, warum unter diesen Vorraussetzungen die Herrichtung des Bohrplatzes überhaupt genehmigt wurde!
Regina Fischer-Jech, Tutzing
